Die Serpentinen im Fernsehen anzuschauen ist leicht. Wenn du dich selbst dort vorstellst, mit noch einigen Kilometern bergauf und einer weiteren Etappe am nächsten Tag, stellt sich eine konkretere Frage: Wie bereite ich mich mit dem Rennrad auf Stilfser Joch, Gavia und Mortirolo vor? Am Anfang steht die Kenntnis der geplanten Strecke und der Vergleich mit den Touren, die du tatsächlich fährst.

Du musst den Urlaub nicht zum Rennen machen. Entscheidend sind eine zu den Etappen passende Vorbereitung, geeignete Gänge und ein Tempo, mit dem du auch die letzten Kehren genießen kannst. Darauf solltest du vor der Reise zu den großen Anstiegen des Giro achten.

Radfahrer mit grünem Helm und entschlossenem Rage-Comics-Gesicht beim Training an einem alpinen Anstieg.
Der entschlossene Gesichtsausdruck kommt von allein. Das richtige Tempo lernst du vorher.

Wähle vor dem Training die Auffahrt

Der Name eines Passes beschreibt seine Schwierigkeit nicht vollständig: Länge, Steigung und Zufahrtsstraße unterscheiden sich. Die offizielle Radkarte von Bormio unterscheidet beispielsweise Stilfser Joch und Gavia ab Bormio sowie Mortirolo ab Mazzo. Lies diese Angaben zusammen mit dem Track deiner Reise.

Bei der Tour Die großen Anstiege des Giroführt die Hard-Etappe Valdidentro–Tirano über Monno zum Mortirolo, die Easy-Variante dagegen über Mazzo. Schätze den Aufwand einer Auffahrt nicht mit dem Profil einer anderen ein. Und verstehe „Easy“ nicht als Synonym für einen leichten Anstieg: Es ist der Name einer Etappenvariante.

Betrachte den ganzen Tag, nicht nur den berühmten Anstieg

Vor dem Pass können Anfahrtskilometer und weitere Anstiege liegen, danach eine lange Abfahrt und der Weg zum Hotel. Unsere Hard-Etappe Livigno–Valdidentro ist mit 86 km und 2.400 Höhenmetern angegeben, Valdidentro–Tirano Hard mit 100 km und 2.500 Höhenmetern. Vergleiche diese Werte mit einem bereits gefahrenen Tag, nicht nur mit deiner Bestleistung an einem kurzen Anstieg.

Notiere Dauer, Höhenmeter und dein Gefühl bei der Ankunft nach den letzten Ausfahrten. Frage dich außerdem: Hättest du am nächsten Tag wieder starten wollen und können? Für einen Radurlaub ist diese Information genauso hilfreich wie die Durchschnittsgeschwindigkeit.

So planst du die Vorbereitung auf alpine Anstiege

Gehe von deinem aktuellen Niveau aus und nähere dich der geplanten Belastung schrittweise. Ein Termin im Kalender macht es nicht sinnvoll, alle ausgefallenen Ausfahrten in letzter Minute nachzuholen. Wenn du ein individuelles Programm mit Belastung und Intensität möchtest, erstelle es mit einem Trainer. Hier geht es darum, welche Erfahrungen vor der Reise hilfreich sind.

  • Ein längerer Anstieg, der gleichmäßiges Fahren verlangt: So beobachtest du dein Tempo, wenn der Gipfel nicht schon nach wenigen Minuten erreicht ist.
  • Eine Ausfahrt mit mehreren Anstiegen: Sie zeigt dir, welche Reserven nach dem ersten Anstieg bleiben und wie sich dein Fahren im Tagesverlauf verändert.
  • Zwei aufeinanderfolgende Tage, die zu deinem Niveau passen: Dabei kannst du Organisation, Erholung und die Vorbereitung des Fahrrads zwischen zwei Etappen erproben.

Teste dabei auch Kleidung, Taschen und Navigation. Eine große Reise macht mehr Freude, wenn dir Sitzposition und Ausrüstung bereits vertraut sind.

Welche Übersetzung brauche ich für Stilfser Joch, Gavia und Mortirolo?

Es gibt keine Kombination, die für alle passt. Die Wahl hängt von Training, Steigungen, Gepäck und Antrieb ab. British Cycling empfiehlt im Ratgeber zu steilen Anstiegen, Kompaktkurbeln und Kassetten mit großer Bandbreite in Betracht zu ziehen: Ein leichter Gang ist eine praktische Entscheidung.

Zeige deiner Werkstatt den Track oder das Höhenprofil der Etappen und erkläre, welche Gänge du derzeit nutzt. Vor dem Wechsel von Kassette oder Kurbel muss die Kompatibilität des Antriebs geprüft werden. Teste die Lösung anschließend bergauf: Erst im Urlaub festzustellen, dass der kleinste Gang noch zu schwer ist, lässt wenig Spielraum für Korrekturen.

Das Tempo an einem langen Anstieg einteilen

Die Begeisterung in den ersten Kehren kann zu einem Tempo verleiten, das du nicht halten kannst. Der Ratgeber von British Cycling zu langen Anstiegen betont, wie wichtig die Einteilung der Belastung anhand persönlicher, im Training erprobter Werte ist.

Wenn du Leistung oder Herzfrequenz misst, deute die Werte anhand deiner Erfahrung, statt die eines Mitfahrers zu übernehmen. Klärt vorher den Umgang mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und vereinbart Treffpunkte. Das gemeinsame Passfoto bleibt ein Ziel, auch wenn jeder im eigenen Tempo hinauffährt.

Bereite auch die Abfahrt und die nächste Etappe vor

Prüfe vor der Reise Bremsen, Reifen und Schaltung und lass nach möglichen Arbeiten Zeit für eine Testfahrt. Stelle die Tagesausrüstung zusammen: Kleidung für die erwarteten Bedingungen, vertraute Verpflegung und Wasser, Material für kleine Reparaturen, die du beherrschst, Telefon und Track.

Der Gepäcktransport zwischen den Hotels vereinfacht die Reiselogistik. Die Jacke für die Abfahrt muss allerdings bei dir bleiben. Plane genug Zeit ein, um nach der Ankunft anzukommen und den nächsten Tag in Ruhe vorzubereiten.

Häufige Fragen zur Vorbereitung

Wie viele Wochen Vorbereitung brauche ich?

Das hängt von deinem Ausgangsniveau und den gewählten Etappen ab. Wer regelmäßig in den Bergen radelt, hat andere Bedürfnisse als jemand nach einer Pause. Gehe von Streckendaten und deinen letzten Ausfahrten aus und prüfe dann ein individuelles Programm.

Kann ich mit Easy trotzdem alle drei Anstiege fahren?

Die Easy-Varianten führen nicht über dieselben Pässe wie die Hard-Varianten. Wenn du Stilfser Joch, Gavia und Mortirolo einplanen möchtest, prüfe die einzelnen Abschnitte in der Tourbeschreibung und stimme das Programm ab.

Muss ich auch die passende Reisezeit wählen?

Ja. Vorbereitung und eine zu deinen Reiseterminen befahrbare Route gehören zusammen. Lies unseren Ratgeber dazu, wann du Stilfser Joch, Gavia und Mortirolo mit dem Rad fahren kannst , um die Prüfung von Passöffnungen und Wetter zu planen.

Mach aus deinen Traum-Anstiegen eine mögliche Reise

Erzähle uns, wie viele Kilometer und Höhenmeter du gewöhnlich fährst, wie viele Tage du Zeit hast und welche Pässe du fahren möchtest. So können wir Die großen Anstiege des Giro prüfen, unsere Self-guided-Rennradtour mit Hotels und Gepäcktransport.

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